Mai-Kalenderblatt

„Schau mal hier: Himbeere, Schwarze Johannisbeere, Brennessel, Waldmeister, Giersch, Gundermann, Taubnessel, da hinten wächst Bärlauch.“ – Wir riechen, schmecken und pflücken ein kleines Wildsträußchen…

Es ist interessant, mit Barbara einen Spaziergang über den Niederhof zu machen. Der Garten blüht, und das nicht nur wild durcheinander. Barbara pflanzt mal hier etwas hin und mal da, mal ist es ein Bäumchen, dann wieder steckt sie eine Blumenzwiebel in die Erde.

„Was denkst du über all die Pflanzen?“, frage ich. „Sie bewegen etwas in uns, sind wunderbare Begleiter, erfreuen die Seele, spenden Freude, sind Nahrung.“

„Was ist deine Motivation, all die verschiedenen Stellen auf dem Hof zu bepflanzen?“ – „Es ist der Respekt vor der Landschaft. Die Natur ist es wert. Man soll sehen, dass es Schönheit ist, eine Vielfalt an Pflanzen, an Blüten, an Kräutern. Das Betreuen der Beete macht mir viel Freude, wird etwas achtlos umgeknickt, macht es mich traurig.“

„Magst du einen Getreidekaffee?“, fragt sie mich spontan. „Wir suchen uns dafür ein schönes Plätzchen.“

Kurz darauf sitzen wir auf ihrer Terrasse, inmitten ihrer wildgepflegten Kräuter- und Blumenvielfalt, Baumstämme zu Tisch und Bänken gebaut.

„Schau mal, hier auf der Bank, meine Wunderpflanze.“, Barbara lacht dabei. Sie hält mir die Schale hin. „Koste ein Blatt!“, fordert sie mich auf. Ich pflücke mir ein Blatt ab und schmecke. „Hm, sehr aromatisch. Wie heißt die Pflanze?“ – „Jiaogulan.“ Sie lacht wieder. „Kraut der Unsterblichkeit, also das Kraut für mich.“

Ich muss noch einige Male genau hinhören, bis ich weiß, wie das Wort richtig ausgesprochen wird. Ich soll an -golan- denken und davor das -jiao- setzen.

Und dann bekomme ich den ultimativen Tipp von Barbara, dass es davon Tee gibt 😉 Nur gut, denn ich habe mich belesen und weiß, dass dieses Kraut stark wuchert und mir nun denken kann, warum es ‚Kraut der Unsterblichkeit‘ genannt wird. Und jetzt muss ich lachen…

Wir plaudern noch eine ganze Weile über die Natur. Dann kommen wir ins Gespräch über die Menschen unseres Hofes, wie wir doch so individuell sind und doch so gemeinsam miteinander agieren. Wir sprechen über die Seele, die mit Gott verbunden ist und darüber, dass eins mit dem anderen zusammenhängt und miteinander verwoben ist… Danke für diese gemeinsame Zeit Barbara ❤

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: